Das Konzept "Web 2.0" begann mit einem Brainstorming zwischen dem Verlag O'Reilly und der Firma MediaLive International. Auch nach dem Zerplatzen der Dot-Com-Blase im Herbst 2001, so wurde festgestellt, war das Web nicht etwa zusammengebrochen, sondern wichtiger als jemals zuvor. Interessante neue Anwendungsmöglichkeiten und Seiten tauchten mit erstaunlicher Regelmäßigkeit auf und die überlebenden Firmen schienen einige wichtige Dinge gemeinsam zu haben. Könnte es sein, dass der Dot-Com-Kollaps einen derartigen Wendepunkt markiert hatte, dass man diese Dinge nun mit einem Schlagwort wie "Web 2.0" bezeichnen durfte?
In dem Brainstorming zwischen O'Reilly und Firma MediaLive International wurden sieben Prinzipien herausgearbeitet. Diese werden als "Kernkompetenzen von Unternehmen im Web 2.0" angesehen:
- Dienste, keine Paketsoftware, mit kosteneffizienter Skalierbarkeit
- Kontrolle über einzigartige, schwer nachzubildende Datenquellen, deren Wert proportional zur Nutzungshäufigkeit steigt
- Vertrauen in Anwender als Mitentwickler
- Nutzung kollektiver Intelligenz
- Erreichen des ››› Long Tail mittels Bildung von Communities etc.
- Erstellung von Software über die Grenzen einzelner Geräte hinaus
- Leichtgewichtige User Interfaces, Entwicklungs- und Geschäftsmodelle
Hervorragende Leistungen in einem Bereich können aufschlussreicher sein als wenige kleine Schritte in allen sieben.
In vielen Artikeln wird der Begriff des Web 2.0 regelrecht missbraucht. Daher wird auch kritisiert, der Begriff sei unscharf und nahezu beliebig verwendet, um die Popularität von Angeboten oder Techniken zu fördern oder Trends zu prägen. Sogar von Web 3.0 oder gar 4.0 ist hin und wieder die Rede...

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››› Tim O'Reilly: Was ist Web 2.0?
››› WELT ONLINE: Wie das Web 2.0 die Gesellschaft verändert
